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Sensorische Integration

Sensorische Integration bezeichnet das Zusammenspiel unseres Nervensystems.

Über unsere Sinne gelangen Reize zu unserem Nervensystem, werden dort gespeichert, geordnet und verglichen. Das Fundament der SI-Angebote bilden die drei Basissinne:

  • Vestibuläres System –> Gleichgewichtssinn
  • Kinästhetisches System/ Propriozeption –> Eigen- und Tiefenwahrnehmung
  • Taktiles System –> Tastsinn

„Sensorische Integration ist der Prozess des Ordnens und Verarbeitens sinnlicher Eindrücke,sodass das Gehirn eine brauchbare Körperreaktion und ebenso sinnvolle Wahrnehmungen, Gefühlsreaktionen und Gedanken erzeugen kann. Die sensorische Integration sortiert, ordnet und vereint alle sinnlichen Eindrücke des Individuums zu einer vollständigen und umfassenden Hirnfunktion." (Jean Ayres, Bausteine der kindlichen Entwicklung)

Nur so können wir uns und unsere Umwelt richtig erfahren und angemessen reagieren.

Lernfähigkeit und soziales Verhalten sind dabei Endergebnisse und nur möglich, wenn Kinder gut sensorisch integriert sind.

Störungen der Sensorischen Integration sind Störungen der Wahrnehmungsverarbeitung.

Reize werden zwar aufgenommen, aber die Weiterleitung und Verarbeitung funktioniert nicht richtig. Dabei wird zwischen Reizvermeidung (überempfindliche Kinder) oder Reizsuche (unterempfindliche Kinder) unterschieden.

Diese Störungen können in allen 3 Basissinnen auftreten.

Hier ein Beispiel für den Tastsinn:

Berührungsabweisende Kinder empfinden taktile Reize als unangenehm, reagieren mit Zurückziehen, Aggression, Vermeidung oder Flucht. Diese Kinder brauchen mehr Berührungen als andere. Jedoch können Tastimpulse weniger gut abgestimmt werden, das Berührungssystem wird überfordert. Die Konsequenz ist häufig, dass es zu Konflikten in den sozialen Beziehungen kommt.

Typische Reaktionen bei taktilen Wahrnehmungsstörungen:

  • Abwehrverhalten oder Flucht bei Annäherung, besonders, wenn diese von hinten erfolgt
  • verbale Abwehr durch Beschimpfungen
  • spontane, unerklärliche und aggressive Wutausbrüche ohne erkennbaren Anlass
  • ängstliches Verhalten, bedroht fühlen
  • Berührungen, der Austausch von Zärtlichkeiten (jeglicher körperlicher Kontakt) werden als unangenehm empfunden und abgelehnt (besonders im Gesicht)
  • ungewöhnliches Bedürfnis, bestimmte Materialien (Fingerfarben, Sand, Kleister) zu meiden (Überempfindlichkeit), aber auch Bevorzugung ausgewählter Oberflächen
  • Panikattacken bei Veränderungen von Gewohnheiten, Strukturen, Plänen
  • Überreaktion auf akustische, meist unbekannte und nicht zu identifizierende Geräusche
  • Auswahl oder Ablehnung bestimmter Speisen (auch wegen des Geruchs)
  • Sprachverständnis oft besser als Sprachproduktion (Stammeln, Dysgrammatismus)

(vgl. KESPER, HOTTINGER 1999,56 f.; AYRES 1998,196 f.)

 

Rutsche im PPZ

 

Grundlagen der SI-Förderung

,,Das Kind dort abholen, wo es ist", ist der Ausgangspunkt der Förderung. Ziel ist es, den Menschen die Angebote zu unterbreiten und die Bedingungen zu schaffen, die die Aufnahme und Verarbeitung bestimmter Reize fördern.

1. Ganzheitlich: Wichtig ist dabei, dass die Klienten ganzheitlich angesprochen werden (keine Durchführung symptomorientierter Übungen) und aktiv Erfahrungen machen können.

2. Individuell: Dabei ist nicht nur die Betrachtung der einzelnen Wahrnehmungsbereiche von Bedeutung, sondern die allgemeinen sensorischen und motorischen Möglichkeiten, Motivation, Emotionen, Erfahrungen, die natürlich altersabhängig sind.

3. Dialogisch: In der Förderung müssen Schwerpunkte gesetzt werden (notwendig für die Herausbildung selektiver Wahrnehmungsprozesse), die abhängig von der zu behandelnden Person und den Möglichkeiten und der Persönlichkeit des Therapeuten sind. Es werden verbale und nonverbale Angebote gesetzt und in einem wertschätzenden Umgang Ideen aufgegriffen und Kommunikation als Austausch erlebt.

Förderangebot

Nach einem Erstgespräch mit den Eltern (Anamnese, Beobachtungen) und einer Begutachtung der motorischen Kompetenzen bzw. Probleme des Kindes wird ein individuelles Förderangebot erstellt.

Das Angbot umfasst spezielle Geräte (z.B. besondere Schaukeln, Rollbrett, Tunnel .... ) und bestimmte Materialien, die auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sind, womit jeweils die Basissinne zur Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung angesprochen werden können.

In einer vorbereiteten Umgebung (Turnsaal oder im PPZ ) kann das Kind sich die Reize holen, die es braucht.

Sensorische Integration im Turnsaal

 

Das Ziel einer Sensorischen Integrationsförderung ist eine Verbesserung der Handlungskompetenzen, da das Kind dadurch lernt, seinen Körper deutlicher wahrzunehmen und so gezielter und bewusster auf Anforderungen reagieren kann. Dementsprechend tritt auch eine Verbesserung des Verhaltens im Alltag des Kindes ein.

Das gibt dem Kind Selbstsicherheit, ein positives Selbstwertgefühl und Motivation an neue Aufgaben heranzugehen.

Der „Wahrnehmungsbaum" zeigt bildlich die Wichtigket der Sinnesverarbeitung für das abstrakte Lernen, Konzentration und Sprache.

Wahrnehmungsbaum

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