Sprache
Zwischen Bewegung und Sprache bestehen enge Verbindungen. Sie sind
Mitteln der Erkenntnisgewinnung.
Je jünger ein Kind ist, umso mehr muss es mit den Dingen handeln,
sie ausprobieren, um sie zu be-greifen. Ein Kind lernt seine Umwelt zu
erspüren, Sinneseindrücke aufzunehmen und diese zu
verarbeiten.
Erst die Sensorische Integration eröffnet folgende
Möglichkeiten:
- Entwicklung der Bewegungsplanung und -durchführung
- Entwicklung von Handlungskompetenz und -planung
- Entwicklung der Sozialisation (Selbstvertrauen, Wohlbefinden)
- Entwicklung von Sprache, grammatischer Struktur und
Sprachverständnis
Am
Prozess des Spracherwerbs, der auf
sensomotorischen Erfahrungen
basiert, sind fünf Kompetenzbereiche beteiligt
(Lütje-Klose
2004):
- Personale Kompetenz: Darunter wird der Aufbau
eines positiven
Selbstkonzeptes verstanden, wodurch eigene Wünsche und
Vorstellungen zum Ausdruck gebracht werden können.
- Soziale Kompetenz: Sich auf den
Kommunikationspartner einstellen
und in einer sozialen Situation adäquat handeln zu können.
- Kognitive Kompetenz: Denk- und Sprachentwicklung
sind eng
miteinander verknüpft. Nach der inneren Aktivität, dem
Denken, kann es erst zur Sprache kommen. Im Spiel verarbeiten Kinder
die Eindrücke der Umwelt so lange bis sie ins eigene Verstehen
eingeordnet werden können.
- Kommunikative Kompetenz: Grundlegend für
eine nonverbale und
sprachliche Beteiligung am Dialog sind das gemeinsame Erleben und die
kooperative Handlung. Das Kind muss die Rolle des Sprechers und
Zuhörers unterscheiden und umsetzen können.
- Sprachliche Kompetenz: Sie beinhaltet,
Äußerungen in
Übereinstimmung mit den sprachlichen Regeln zu entschlüsseln
(Semantik, Grammatik) und zu produzieren (Aussprache).
Förderung von Sprache und Bewegung:
Bewegung, Spiel und Musik fördern die Gesamtpersönlichkeit
des Kindes und damit auch der Sprache.
Durch die Vermittlung von Erfolgserlebnissen, eine positive
Rückmeldung und damit verbunden eine gesteigerte Motivation
entwickelt sich die Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft. Die
Stärken des Kindes stehen im Vordergrund der Förderung, die
beim individuellen Entwicklungsstand des Kindes ansetzt.
Atem-Stimme-Sprache und Bewegung stehen als Funktionseinheit im
Mittelpunkt. Folgende Zielsetzungen einer psychomotorischen
Sprachförderung wären zu nennen:
- Förderung des Körperbewusstseins und -koordination
durch lustvolles Bewegungshandeln
- Sprache als handlungsbegleitendes und handlungsinitiierendes
Instrument
- Förderung der auditiven und visuellen Wahrnehmung
- Förderung der Sozialerfahrung, der Kommunikation und
Aufbau von Gruppenfähigkeit
- Angstfreies, lockeres Kommunizieren, freie Sprechanlässe
- Sprachverständnisförderung und Wortschatzerweiterung